Die Inflation in Deutschland hat sich mit rund 2,1 Prozent zwar wieder normalisiert. Energie‒ und Lebensmittelpreise haben sich stabilisiert. Für die Hotellerie jedoch bleibt die Lage angespannt. Der entscheidende Kostentreiber liegt inzwischen klar beim Personal.
Der gesetzliche Mindestlohn ist von 12,82 Euro im Jahr 2025 auf 13,90 Euro gestiegen, für das kommende Jahr ist bereits die nächste Erhöhung auf 14,60 Euro angekündigt. Was nach einer moderaten Anpassung klingt, entfaltet in der Praxis eine erhebliche Hebelwirkung: Jede Anhebung verschiebt das gesamte Gehaltsgefüge – vom Housekeeping über Service und Rezeption bis hinein ins Management.
Hinzu kommen steigende Lohnnebenkosten. Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sind zuletzt ebenfalls angehoben worden, ebenso Zusatzbeiträge einzelner Krankenkassen. Für Arbeitgeber bedeutet das höhere Sozialabgaben pro Beschäftigtem – unabhängig davon, ob die Produktivität im gleichen Maße steigt. Zusammen mit steigenden Beiträgen zur Pflege‒ und Rentenversicherung wächst der Druck auf die Gesamtpersonalkosten weiter.
Berechnungen der Treugast Solutions Group zeigen, dass die Personalkosten in der Hotellerie innerhalb von fünf Jahren um bis zu 50 Prozent gestiegen sind. Gleichzeitig laufen weitere regionale Tarifverhandlungen der NGG. Für viele Betriebe steht daher fest: Die Lohnspirale ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern eine strukturelle Entwicklung – und sie wird sich weiterdrehen.